Centre for Textile Research

 

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2017

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In Textile Terminologies from the Orient to the Mediterranean and Europe, 1000 BC to 1000 AD, ed. Salvatore Gaspa, Cécile Michel, & Marie-Louise Nosch (Lincoln, NE: Zea Books, 2017), pp. 228-234

doi:10.13014/K2ZC811F

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Copyright © 2017 Salvatore Gaspa, Cécile Michel, & Marie-Louise Nosch. Photographs copyright as noted.

Abstract

Farbstoffe sind alles andere als ein leicht zu behandelndes Thema, denn von wenigen Ausnahmen abgesehen, die die mineralischen Farben betreffen, geht die archäologische Nachweisbarkeit in der Regel fast gegen Null, was gerade für die Textilfarben sehr bedauerlich ist. Die frühesten Nachweise auf einen internationalen Handel mit Farbstoffen stammen aus dem Ägypten der 4. Dynastie. In vielen Gräbern dieser Epoche finden wir Wandgemälde aus einem ganz speziellen Blau, dem sogenannten Ägyptischen Blau. Einer der Grundstoffe war Lapislazuli oder Blaustein, ein Mineral, das noch heute in den östlichen Teilen von Afghanistan abgebaut wird. Von dort aus wurde das Rohprodukt mit Eselskarawanen bis zum Mittelmeer transportiert, wo wahrscheinlich der Hafen von Ugarit als Umschlagplatz diente. Von dort aus konnte es dann auf dem Seeweg im gesamten östlichen Mittelmeergebiet verteilt werden. Eine Studie aus dem Jahr 2009 hat gesichert, daß die Parthenon-Skulpturen zumindest teilweise mit dem ägyptischen Blau bemalt waren. Wenn wir die Zeit betrachten, in der dieser Teil des Parthenon beendet wurde, dann scheinen selbst die meist angespannten Beziehungen zwischen Athen und dem Reich der Achaemeniden den Handel mit diesem Farbstoff nicht grundsätzlich beeinträchtigt zu haben.